Agro Innovation Lab demonstriert seine Ideen

Eine Verpackung aus Stroh, sensorgesteuerte Fitnesstracker für Pferde und ein Spray, das den Stickstoffausstoß von Pflanzen reduziert – gestern ging in Wien das diesjährige Acceleration Programm des Agro Innovation Labs zu Ende.

Mit einem „Demo Day“ ging gestern in Wien der diesjährige Durchgang der gemeinsamen Innovationsplattform von BayWa AG und RWA Raiffeisen Ware Austria AG, das Agro Innovation Lab (AIL), zuende. „Zum nunmehr dritten Mal haben wir Start-ups darin unterstützt, ihre Ideen der Landwirtschaft zugänglich zu machen. Eine Win-win Situation für den Fortschritt, die Start-ups und die Landwirte, in deren Auftrag wir arbeiten“, sagt Klaus Josef Lutz, Vorstandsvorsitzender der BayWa AG.


Wir wollen Innovationen frühzeitig den Landwirten in unseren Heimatmärkten nutzbar machen.

David Saad

Diesmal sei das Bewertungskomitee vor allem in Europa fündig geworden, sagt David Saad, Geschäftsführer des AIL. „Dies zeigt, dass auf unserem Kontinent ein großes Potential besteht, mit dem wir die Zukunft der Landwirtschaft proaktiv mitgestalten und Innovationen frühzeitig den Landwirten in unseren Heimatmärkten nutzbar machen können.“


2018 bewarben sich 252 Start-ups aus 53 Ländern für das AIL. Seit Gründung des Programms
2016 haben sich mehr als 650 Start-ups aus rund 70 Ländern um eine Teilnahme beworben.


ERGEBNISSE DER GEWINNER-START-UPS


Biorfarm aus Italien bietet eine Online-Plattform für die Direktvermarktung von Obst. Obstbäume können adoptiert und dadurch Produktionsprozesse nachverfolgt werden. Gemeinsam mit dem AIL wurde die Plattform an den österreichischen Markt angepasst und der Markteintritt in der Pilotregion Wien durchgeführt.

Cabasus aus Deutschland hat einen sensorbasierten Tracker für Pferde entwickelt, mit dem die Aktivität sowie die Gesundheit der Tiere permanent überwacht und via App am Handy abgebildet werden. Im Rahmen des Acceleration Programms wurde an einem gemeinsamen Geschäftsmodell für den deutschen und österreichischen Markt gearbeitet sowie die Erweiterung der App um eine Fütterungsempfehlung gestartet.

Crop Intellect aus Großbritannien entwickelt Flüssig-Blattdünger, die als Additiv die Wirksamkeit bestehender Produkte im Hinblick auf Ertragssteigerung erhöhen. Darunter fällt ein Spray, das den Stickstoff-Ausstoß von Pflanzen reduziert. Die vergangenen Monate wurden genutzt, um für 2019 abschließende Produkttests im deutschsprachigen Raum zu lancieren, den Markteintritt in Österreich und Zentral-Ost-Europa vorzubereiten und Kooperationen anzubahnen.

Insylo aus Spanien ermöglicht mit Hilfe eines Sensors sowie der dazugehörigen Software eine kostengünstige Möglichkeit in Futtersilos den Füllstand zu messen und Nachbestellungen automatisch auszulösen. Über die Wintermonate erfolgte ein Pilotversuch mit Landwirten. Auf Grundlage einer detaillierten Marktanalyse wurde ein Business Modell erarbeitet.

Landpack aus Deutschland überzeugte das AIL mit Lebensmittel-Verpackungen aus 100 % Strohfasern, die eine umweltfreundliche Alternative zu Styropor darstellen. Gemeinsam mit dem AIL wurden Szenarien für eine nachhaltige Erweiterung der Produktionskapazitäten erarbeitet. Zudem wurde die Anwendbarkeit der Technologie in verwandten Bereichen – zum Beispiel im Baustoffbereich – geprüft sowie ein Pilotversuch für ein Heimtierprodukt gestartet.

Vitirover aus Frankreich bietet als Dienstleistung solarbetriebene und miteinander vernetzte Rasenmähroboter-Flotten zur chemiefreien Pflege landwirtschaftlicher Flächen an. Einsatzgebiete sind zum Beispiel der Wein- und Obstbau, Solarparks oder Bahntrassen. Gemeinsam mit dem AIL wurden erste Schritte zum Markteintritt in Deutschland und Österreich vorbereitet.

 

Foto: Copyright Wolfography

Editor: Eva Piepenbrock

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